Dann machten wir doch noch irgendwann diesen Törn Mallorca rund und wählten windabhängig den Uhrzeigersinn. Unsere zweite Station war Sant Elmo. Der Hafen ruhiger als der ganze Ort, verträumt eher. Man hatte uns hier die Wanderung zu einem aufgelassenen Karmeliterkloster in den Bergen empfohlen, nach La Trappa. Ich sage euch: es lohnt sich! Der Aufstieg war wegen extremer Hitze zwar nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig, es ging zunächst oberhalb der Brandung mit Blick auf die Insel Dragonera empor. Oben auf Terrassen die Klosterruinen und immer wieder sensationelle Panoramen. Noch ein Stück weiter konnten wir ins Landesinnere schauen bis nach Palma am Horizont.
Wandern auf Mallorca ist mittlerweile eine beliebte Freizeitaktivität und nachgefragte Urlaubsbeschäftigung geworden. Neben geführten sind Touren auf eigene Faust natürlich reizvoller. Die Tipps sind zahlreich, die Anstrengungen variabel. Will ich in einsame Gegenden aufbrechen, wohin man nur zu Fuß gelangt – oder zieht es mich an Orte, in denen mich eine Einkehrmöglichkeit erwartet und ich mich bei ja doch bisweilen ungewohnt hohen Temperaturen nicht überfordere? Die Ermita de Betlem etwa auf halber Strecke zwischen Can Picafort und Cala Ratjada bietet letzteres: Am Parkplatz vor Belem geht es eine gute Dreiviertelstunde am Bachlauf leicht bergan zur 200 Jahre alten Klosteranlage mit Gastwirtschaft.
Wer Alternative eins bevorzugt und am Ziel ein Picknick machen möchte, dem sei der Weg zum Torre d’Albarca nahegelegt. Das ist ein Wehrturm aus dem 18. Jahrhundert, Luftlinie relativ nahe am Kloster gelegen, aber ungleich schwieriger zu erreichen. Man muss von Arta aus über einen sehr engen Fahrweg, der am Ende nur noch geschottert ist, bis zur Cala Mitjana fahren und von dort aus noch zwei Kilometer einen Küstenpfad ohne Steigungen nehmen. Der Torre bietet hervorragende Ausblicke aufs Meer, in das springen kann, wer Badezeug eingepackt hat. Unweit westlicher an der Platja de Sa Font Celada geht es auch ohne.