September 2026: Cinque Terre

Veröffentlicht am 5. September 2026 um 12:16

Hätte nicht ein deutscher Schriftsteller seine Berliner Kriminalkommissarin ausgerechnet an der ligurischen Küste ermitteln lassen, wir wären wohl niemals hierhergekommen und hätten womöglich auch die Cinque Terre nicht kennengelernt: Fünf Dörfer am Meer, verbunden über Eselspfade durch Weinberge und Macchia. Anspruchsvolle Wanderwege und erholsames Baden im kristallklaren Wasser wechseln einander ab, abends werden Gnocci al Pesto serviert und der regionale Wein. Der Meeresgrund ist felsig und nicht zum Ankern geeignet, richtige Häfen findest du erst wieder in Sestri Levante oder Rapallo im Norden oder im südlichen Portovenere vor La Spezia. Der besagte Krimi heißt: Ohne Geld singt der Blinde nicht!

Nun könnte man einwenden, eine deutsche Beamtin habe hier überhaupt keinen Todesfall zu untersuchen, gäbe es nicht eindeutige Spuren, die in unsere Heimat führen, zumal der Tote ein deutscher Professor war. Und so streifen wir erst lesend durchs Küstengebirge und vollziehen die Wege anschließend nach: Über die Punta Mesco nach Monterosso al Mare, das pittoreske Vernazza, das verschlafene Corniglia bis runter nach Manarolo und von dort über die Via dell‘Amore ins lebendige Riomaggiore – zurück mit dem Zug durch die zahlreichen Tunnels in wenigen Minuten. Besonders Ende September zur Weinlese, wenn es noch warm genug ist zum Draußensitzen vor der Osteria, hängt überall rund um Levanto der betörende Geruch der Maische-Gärung in der Luft.

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